FAGOTT

                                                                                                                                                                                Das Fagott (engl. Bassoon) ist das tiefste und größte Instrument der Holzbläserfamilie (Querflöte, Oboe, Klarinette).

Die Tonerzeugung entsteht durch ein Doppelrohrblatt (Mundstück)und der weiche, dunkle Klang dieses Blasinstrumentes liegt in der Tenor-und Basslage (Notation im Bass-und Tenorschlüssel).

Als „Ahnen“ des Fagotts kann man die in der Renaissancezeit entwickelten verschiedenen tiefen Doppelrohrblattinstrumente (Bass-Pommer, Rankett) bezeichnen, von der Form her wird aber gemeinhin der Dulzian als ursprünglicher  Vorläufer des Fagottes benannt.

Mitte des 17. Jahrhunderts setzte sich dann das heute existierende Fagott gegen andere tiefe Rohrblattinstrumente mit zunehmender Beliebtheit durch.

Der Korpus des heutigen Fagottes beträgt in seiner Gesamtlänge 2,60 Meter ist aber der besseren Spielbarkeit wegen einmal gebogen, sodass es nach Aufbau der vier ineinanderzusteckenden einzelnen Holzröhren (Stiefel, Flügel, Baßstange und Schallstück) ca.  1,35 Meter misst.

Der Name Fagotto (aus dem Italienischen) bezieht sich auf dieses „Zusammenlegen des Korpus“ und heißt in der Übersetzung  „Bündel“.

Daher umfasst das Fagott einen enormen Tonumfang von über dreieinhalb Oktaven vom Kontra B bis zum G“.

 Sein besonderes Charakteristikum ist die große Palette verschiedener Klangfarben:

-in der Tenorlage klingt es schlank, wunderschön warm und sonor

-im Bass satt, dunkel und mysteriös

-und wegen seines lustig klingenden Stakkatos wird das Fagott oft  als der „Spaßmacher“ unter den       Instrumenten bezeichnet.

Es ist im Holzbläsersatz eines Sinfonie- Orchesters unverzichtbar, in der Barockmusik wichtige Generalbass-Stimme (Basso Continuo), aber auch als Soloinstrument von berühmten Komponisten (z.B. W.A. Mozart, C.M. von Weber, A. Vivaldi)in wunderschönen Konzerten mit Orchester oder in der Kammermusik (z.B.im klassischen Bläserquintett )aller Stilepochen bis zur Moderne eingesetzt.

Aufgrund der Größe und des Gewichts des Instrumentes wurde lange Zeit erst im Alter von ungefähr dreizehn Jahren mit dem Erlernen des Fagottspiels begonnen.

Mit der Wiederentdeckung des Fagottinos (Quintfagott) Anfang der 90er Jahre und mit der Weiterentwicklung zum Kinderinstrument wurde jedoch erfreulicherweise eine optimale Möglichkeit geschaffen, schon Kindern ab sechs  Jahren (in Ausnahmefällen auch bereits im Vorschulalter) eine Fagottausbildung zu ermöglichen.

So bietet die Musikschule für den Start mit diesem besonderen Instrument Leihinstrumente für jedes Alter (-Quintfagott,- das Klappen –und gewichtsreduzierte „Brummbärchen“ ab 9 Jahren und normale Schülerfagotte), sowie die Mitwirkung in Ensembles vom Bläservororchester über Kammermusik (z.B. in Ensembles wie dem Fagottquartett) bis hin zum Jugendsinfonieorchester „Die Mozartstädter“an.

Welche Voraussetzungen muss man für das Erlernen dieses Instrumentes mitbringen?

Zuallererst  sollte dich dieses Instrument faszinieren , nicht nur wegen seiner Größe und den vielen silbernen Klappen, sondern vor allem wegen seines besonderen Klanges:

Das Einzige, was ein Fagott möchte, um gut zu klingen, ist regelmäßiges, nach Möglichkeit tägliches Üben und eine gute, sorgfältige Behandlung.

Da das Fagott ein Blasinstrument ist, bei dem die richtige Atemtechnik und der Ansatz (Lippenstellung beim Blasen)eine ganz wichtige Rolle spielt, sollte es dir auch Spaß machen mit deinem Körper zu arbeiten.

Was anfänglich vielleicht etwas anstrengt-weil es ungewohnt ist-wird durch regelmäßiges Üben zur Selbstverständlichkeit, befreit den Kopf und wirkt durch die Tiefenatmung entspannend-ähnlich wie sportliches Training.

Vielleicht hörst du dir mal eine Aufnahme von Serge Prokofieffs „Peter und der Wolf“ an, darin wird der Großvater vom Fagott gespielt.

An unserer Musikschule gibt es regelmäßig Orchesterkonzerte des Jugendsinfonieorchesters „Die Mozartstädter“, in denen Fagottistinnen und Fagottisten mitspielen. Dort kannst du hören und miterleben, wie das Fagott zum Einsatz kommt.

Außerdem veranstalte ich mit meiner Fagottklasse zweimal im Jahr (siehe Veranstaltungskalender) ein öffentliches Klassenvorspiel , bei dem du Fagott-Schüler aller Altersgruppen hörst, und am Infonachmittag „Instrumente zum Anfassen“ der Musikschule (siehe Veranstaltungskalender) kannst du das Fagott direkt vor Ort bei mir ausprobieren.

Und zu guter Letzt noch ein ganz wichtiger Hinweis:

Sollte sich erst einmal herumgesprochen haben, dass du ein guter Fagottist/Fagottistin bist, wirst du viel zu tun bekommen, da du mit diesem seltenen Instrument in jedem Ensemble immer sehr gefragt bist!